500 Jahre Reformation in St. Pölten 1517 bis 2017

Im St. Pöltner Rathaus wird ab 11. Mai eine Ausstellung zur Geschichte der Reformation in St. Pölten gezeigt. Objekte und Archivalien zur protestantischen Geschichte der Stadt St. Pölten werden ergänzend im Stadtmuseum präsentiert!

Die Ideen der Reformation waren sicherlich schon in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts durch fahrende Buchhändler und durch Wirtschaftskontakte in den schon protestantisch gewordenen süddeutschen Raum nach St. Pölten gelangt, begannen sich aber erst ab etwa 1560 tatsächlich durchzusetzen. In den letzten drei Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts waren sowohl Stadtrichter und ‑schreiber als auch der gesamte innere und äußere Rat der Stadt Anhänger des neuen Glaubens, auch wenn sie diesen nicht frei ausleben konnten. Ein lang andauernder Konflikt mit dem Haus Habsburg und dem sehr selbstbewussten und von seiner neuen Glaubenseinstellung überzeugten Rat der Stadt St. Pölten war somit vorprogrammiert.
Kaum hatte der neue Glauben hier Fuß gefasst, setzte die Gegenreformation ein und wurde unter Kaiser Rudolf II. mit Vehemenz vorangetrieben – 1623 konnte Bischof Melchor Khlesl schließlich in einem Schreiben seiner Freude Ausdruck geben, dass die St. Pöltner wieder zur katholischen Religion zurückgekehrt seien.

Ermöglicht durch das Toleranzpatent von Kaiser Joseph II. von 1781, fand im Jahr 1877 in St. Pölten wieder ein evangelischer Gottesdienst statt. Mit der Einweihung der neu erbauten evangelischen Kirche im Jahr 1892 wurde die Existenz der wiedererstandenen evangelischen Gemeinde auch sichtbar. Der Umzug der Superintendentur von Bad Vöslau nach St. Pölten 1998 hat St. Pölten schließlich zur spirituellen Hauptstadt der reformierten Kirche in Niederösterreich gemacht.

Die Ausstellungsgegenstände kommen aus dem Stadtarchiv St- Pölten sowie aus dem Besitz der Evangelischen Superintendentur.

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