Stadtmuseum St. Pölten
3100 St. Pölten
02742 / 333 2643
Rathausgalerie: 07:30-16:00 Uhr
Am 28. April 2026 um 19:30 Uhr spricht der renommierte Archäogenetiker Johannes Krause im Saal der Begegnung in St. Pölten.
In seinem Vortrag gibt er Einblick in aktuelle Forschungen zur Geschichte der Pest, die durch moderne DNA-Analysen möglich werden. Dabei lässt sich die Entwicklung des Erregers von der Steinzeit bis in die Neuzeit nachvollziehen. Ein besonderer Fokus liegt auf genetischen Faktoren, die möglicherweise Schutz vor der Krankheit bieten – auch auf Grundlage außergewöhnlicher Skelettfunde vom Domplatz in St. Pölten.
Die lange Geschichte der Pest lässt sich heute durch die Rekonstruktion historischer Pathogen-Genome neu erzählen. Mithilfe moderner DNA-Sequenzierungsverfahren und auf Grundlage jüngster Entwicklungen in der Archäogenetik ist es gelungen, aus menschlichen Skelettresten molekulare Fossilien der Erreger in Form bakterieller Genome zu gewinnen.
Nachdem das Genom des mittelalterlichen Pesterregers vollständig rekonstruieren werden und seine molekularen Spuren bis zu den frühesten Nachweisen des Schwarzen Todes in Zentralasien zurückverfolgt werden konnten, ist es nun möglich, die Evolution des Erregers von seinen steinzeitlichen Ursprüngen bis zu den großen Pestpandemien des Mittelalters und der Neuzeit nachzuvollziehen.
Die Analyse steinzeitlicher Pest-Genome erlaubt es zudem, zentrale evolutionäre Anpassungsschritte der Bakterien an den Säugetierwirt und den Floh als Vektor zu identifizieren. Darüber hinaus liefern diese Untersuchungen erstmals Hinweise auf prähistorische Epidemien, die bislang im Dunkeln lagen.
Zusätzlich ermöglicht der Vergleich der Genome mittelalterlicher Pestopfer aus Massengräbern mit denen heutiger Bevölkerungen derselben Region Rückschlüsse darauf, ob sich genetische Varianten verbreitet haben, die ihren Trägerinnen und Trägern einen Schutz vor einer Pesterkrankung verliehen. Die außergewöhnlich gut erhaltenen Skelettfunde vom Domplatz in St. Pölten eignen sich hierfür besonders und machten es erstmals möglich, ein Gen zu identifizieren, das vor Pestinfektionen schützt.
Prof. Dr. Johannes Krause (geb. 1980) promovierte in Genetik an der Universität Leipzig und zählt zu den führenden Forschern im Bereich der Archäogenetik. Er war maßgeblich an der Entschlüsselung des Neandertaler-Genoms beteiligt und wies erstmals den Denisova-Menschen genetisch nach. Heute leitet er als Direktor das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig.
28. April, 19:30 Uhr, Saal der Begegnung, Gewerkschaftsplatz 2, 3100 St. Pölten
Anmeldung unter:
Mach mit bei spannender Forschung!
Wir untersuchen die Geschichte der Pest anhand der mittelalterlichen Pestopfer vom Domplatz – und dafür brauchen wir Vergleichsproben der heutigen Bevölkerung aus dem Raum St. Pölten.
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Eine kurze Einführung in das Forschungsprojekt sowie eine offene Fragerunde begleiten die Probenabgabe.
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harald_ringbauer@eva.mpg.de
Dienstag, 28. April 2026, ab 17 Uhr im
Saal der Begegnung
Gewerkschaftsplatz 2, 3100 St. Pölten