Aufstieg und Untergang. St. Pölten 1880-1918

Die Sonderausstellung „Aufstieg und Untergang – St. Pölten 1880-1918“ ist einem besonderen Kapitel der Stadtgeschichte gewidmet. Am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wuchs die Stadt rasch- in den Jahren von 1890 bis 1910 kam es zu einer Verdopplung der Stadtbevölkerung auf 22.000 Einwohner.

Die großen Fabriken wie Voith oder Glanzstoff wurden in Betrieb genommen, aber auch die neu errichtete Eisenbahn-Werkstätte gab vielen Menschen Arbeit. Ein regelrechter Bauboom entstand – viele, die Stadt prägenden Gebäude stammen aus diesen Jahren, wie der Bahnhof, die Stadtsäle, die Kasernen, die alte Sparkasse, die Bezirkshauptmannschaft und die Synagoge. Es wurden aber auch viele neue Wohn- und Geschäftshäuser gebaut, Franz Pittner eröffnete in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs sein „Grand Hotel“ und 1911 wurde schließlich die städtische Straßenbahn eröffnet.

Die Namen der Bürgermeister jener Tage, wie Hermann Ofner, Otto Eybner, Karl Heitzler oder Wilhelm Voelkl, sind durch nachfolgende Straßenbenennungen noch heute vielen Menschen bekannt.

Die Besuche von Kaiser Franz Josef in der Stadt sind die Höhepunkte im Gesellschaftsleben dieser Epoche! Die Anwesenheit seiner Majestät versetzte die Stadt in helle Aufregung – 1895 kam Franz Josef, um das nach ihm benannte Krankenhaus einzuweihen, 1910 kam er anlässlich seines 80. Geburtstags zu einem Huldigungsschießen in die neu erbaute Schießstätte. Vom letzten Besuch des alten Kaisers existiert auch ein Filmdokument, das in der Sonderschau gezeigt werden kann.

Der Aufstieg der Stadt bis zum 1. Weltkrieg findet auch in der Kunst des Jugendstils ihren Widerhall – in der kleinen Stadt St. Pölten gab es damals große Kunst zu bewundern. Ernst Stöhr, Ferdinand Andri, Hans Ofner und Charlotte Andri-Hampel schufen großartige Werke, das von Joseph Maria Olbrich geplante Haus in der Kremser Gasse ist heute Pilgerstätte für Architekturfans!

Der rasante Aufstieg der Stadt endete mit dem 1. Weltkrieg! Tausende zogen mit den St. Pöltner Regimentern in den Krieg, wurden verwundet oder starben auf den Schlachtfeldern. Zu Kriegsende herrschte Hunger und Wohnungsnot – es war ein schwieriger Neubeginn mit ungewissem Ausgang!

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