BISENZ SCHLUSSBLEDOJE

Die große BISENZ Jubiläumsausstellung anläßlich des 50. Geburtstages und 35-jährigen Bühnenjubiläums des St. Pöltner Künstlers.

Rechtzeitig zu seinem 50. Geburtstag öffnet der St. Pöltner Kabarettist und Meister des Gesamtkunstwerks alle seine Archive. Von seinen Anfängen als – auf dem Moped durch die Gegend tingelnder – Zauberkünstler bis hin zum höchst erfolgreichen Kabarettstar hat der Künstler eine fulminante Karriere hingelegt.
35 Jahre Bühnenpräsenz finden in den Depots des Künstlers ihren Niederschlag. Hunderte Plakate werden aufgearbeitet, tausende Presseartikel und Fotos gesichtet, um den Werdegang des St. Pöltner Paradekünstlers nachzuzeichnen. Dazu kommen Tonaufnahmen und Videos von allen wesentlichen Programmen des Künstlers.
Eine Schau, die alle ansprechen wird, die an der österreichischen Pop-Kultur der letzten Jahrzehnte Interesse finden! Ein fulminantes Ausstellungserlebnis erwartet die Besucher.

Mit freundlicher Unterstützung des Landes Niederösterreich.


BISENZ privat.
Ein Interview anlässlich der Ausstellung BISENZ SCHLUSSBLEDOJE im Stadtmuseum St. Pölten
Das Interview mit Alexander Bisenz führte Stadtmuseums-Leiter Thomas Pulle.

Alexander, du feierst heuer zwei bedeutende Jubiläen. Welches der beiden ist dir näher, dein 50er oder dein 35-jähriges Bühnenjubiläum?
Geburtstage habe ich nie groß gefeiert, das war mir nie wichtig! Aber auch die 35 Jahre, die ich mittlerweile auf der Bühne stehe, sind bereits Geschichte, sind vergangen. Natürlich erinnern wir uns, wenn ich mit Freunden zusammen sitze, an die tollen Erfolge. Wir haben bis zu 230 Shows pro Jahr gespielt, dazu kamen noch unzählige PR-Termine – wir haben den Rock´n Roll gehabt! Aber man muss auch sagen, dass viele meiner Freunde aus der frühen Zeit meiner Karriere nicht mehr sind! So bin ich ganz froh, dass der große Hype vorbei ist. Die Extreme sind immer unangenehm. Heute kann ich angenehm leben, jetzt ist es lässig, ich denke, dass ich mir noch nie näher war!

In der Vorbereitung für unsere Ausstellung BISENZ SCHLUSSBLEDOJE wurdest du mit vielen Aspekten deiner Karriere konfrontiert. Welche Gefühle kommen da hoch?
Ich sehe das alles ganz ohne Wehmut und Pathetik. Ich bin sehr in der Gegenwart verankert – seit etwa sechs Monaten „starte“ ich ein neues Leben, arbeite sehr viel als Designer. Das ist sehr erfüllend, aber auch sehr anstrengend.

Was steht außer unserer Ausstellung heuer noch auf deinem Terminplan?
Ich beschäftige mich, wie gesagt, im Moment intensiv mit Möbeldesign, da ist einiges im Fertigwerden. Auch einen neuen Kunstkatalog soll es heuer noch geben. Ein Ausstellungsprojekt in Spanien war schon weit gediehen, ist aber aufgrund der unruhigen politischen Situation dort im Moment auf Eis gelegt. Auch musikalisch ist einiges am Laufen – auf meiner neuen CD „BISENZ 50″ sind zeitgemäße Abmischungen („House-Music“) einiger alter Titel zu hören. Mein Sohn, der auch als DJ arbeitet, hat einige dieser Nummern schon unter das junge Tanzvolk gebracht!

Wie lustig ist Alexander Bisenz?
Ich bin ein sehr humorvoller Mensch – wichtig ist, dass der Humor aus dem Leben kommt, dann stimmt´s! Mir ist klar, dass das Komische oft auch eine tragische Komponente hat! Die Malerei, mit der ich mich ja sehr intensiv beschäftige, ist im Gegensatz dazu ja ein sehr stilles Medium, sie ist defensiv. Dagegen sind Lieder meist laut und drängen sich nach vorn! Beim Schreiben der lustigen Dinge bin ich sehr ernst, es ist oft ein qualvoller, langer Weg zum Ziel! Es ist aber schon so, dass ich deppert schauen muss, um glaubhaft zu sein. Wenn ich ernst schaue, glauben alle, ich hab´ die Krise!

Was kommt noch alles, was hat du in Planung?
Schreiben, spielen, sogar Theater oder Film wären interessant. Ich bin für alles offen, wenn das Buch und die Leute dahinter stimmen. Mit 50 hat man keine Profilierungsneurosen mehr, wenn um 20.15 Uhr das Licht auf der Bühne nicht angeht, gibt´s trotzdem ein Leben! Ich möchte einfach leben, sehr wichtig ist mir aber auch, was mein Sohn macht!
Ich könnte mir auch vorstellen, junge Talente zu produzieren. Ich habe viel Erfahrung, die ich weitergeben könnte. Junge Künstler müssen hungrig sein, sie müssen von ihrer Kunst leben müssen , sonst werden sie nicht gut genug. Ich habe mit 25 schon extrem viel Routine gehabt, weil ich seit meinen Anfängen als Zauberer damals schon zehn Jahre im Showgeschäft war. Aber die wahren Zauberer sitzen ja heute im EU-Parlament. Die können in kürzester Zeit mehr Geld verschwinden lassen, als David Copperfield in seiner ganzen Karriere!

Stadtmuseum St. Pölten, Prandtauerstraße 2; Tel. 02742/333-2643
Jubiläumsausstellung „BISENZ SCHLUSSBLEDOJE“
Eröffnung: 11. Mai, 19 Uhr
Bis 7. Oktober 2012; Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr;
Führungen und Sonderveranstaltungen auf Anfrage.
www.stadtmuseum-stpoelten.at

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