Emil Novy - 1907 bis 1968

Vor 45 Jahren, am 7. Mai 1968, verstarb der St. Pöltner Emil Novy als einer der ersten Gugginger Künstler, die unter Prof. Leo Navratil ihre künstlerische Kreativität voll entwickelten.

Novy erlernte in der Werkstatt seines Vaters, die sich im Karmeliterhof, dem heutigen St.Pöltner Stadtmuseum, befand, das Malerhandwerk. Nach der bestandenen Meisterprüfung übersiedelte er mit seiner Familie auf den Semmering, wo er eine Pension betrieb und eine Malerwerkstatt führte. Dort verfiel er, durch eheliche Probleme beschleunigt, in einen manisch-depressiven Zustand, der seinen Aufenthalt in Gugging ab 1962 notwendig machte.


Es erfolgte die Entmündigung, die Emil Novy zeitlebens nicht akzeptieren konnte. In der Nervenheilanstalt begann er vorerst am Gang dieser Abteilung auf einem kleinen Tisch zu zeichnen. Prim. Prof. Leo Navratil, als Mentor und Betreuer der Gugginger Künstler inzwischen weltberühmt, förderte das Talent Novys, indem er 1963 einen kleinen Raum für den Künstler freimachen ließ. In diesem „Atelier“ begann er nun – fast ungestört – ruhelos zu arbeiten.
Er wurde somit zum Vorreiter des Künstlerhauses in Gugging, das erst 1981 eröffnet wurde.
Als Wahnsinniger abgestempelt, wurde seine persönliche Situation, die er als ausweglos empfand, zum Thema eindrucksvoller, wohl einmaliger, von tiefer Expression erfüllter Ölkreidezeichnungen, die den lautlosen Schrei seiner gebrochenen Seele widerspiegeln.
In einer von ihm selbst auferlegten Therapie, war er in seinem „Atelier“ bis zu 16 Stunden pro Tag künstlerisch tätig, wobei neben seinen malerischen Arbeiten auch Gedichte und Sinnsprüche entstanden. Handgeschriebene, illustrierte Bücher mit tausenden Versen geben Zeugnis von diesem einmaligen Schaffensrausch.
Dank dieser extremen Therapie, um alles, was am Semmering passiert war, zu vergessen, war er nach 3 Jahren wieder geistig gesund. Da aber seine ganze Existenz vernichtet war und er sich in Gugging eine „kleine Welt“ für sich geschaffen hatte, blieb er bis zum Tode in der Heilanstalt, wo er dann im Alter von 61 Jahren an einem Herzinfarkt verstorben ist.

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