Neueröffnung Stadtmuseum - Sensationelle neue archäologische und stadtgeschichtliche Abteilung

Das Stadtmuseum St. Pölten blickt auf eine reiche Geschichte und eine ebenso ehrwürdige Tradition zurück, sind doch die Anfänge dieser Institution ins Jahr 1879 zu datieren.

Am 17. November 2007 ist das Museum allerdings in eine neue Ära seiner knapp 130-jährigen Geschichte eintreten. Nach langjährigen Vorarbeiten wurde im Herbst des vergangenen Jahres mit der Um- und Neugestaltung des Museums begonnen. Mit der „Wiedereröffnung“ des neuen Stadtmuseums finden diese Arbeiten nun ihren Abschluss.


Es kam zu einer völligen Neugestaltung der Eingangssituation im Inneren wie im Äußeren, außerdem wird der Haupteingang behindertengerecht erschlossen. Durch Vorbauten in Stahl-Glas Bauweise erhielt das Museum ein modernes, skulpturales Zeichen, das auf die Funktion des Gebäudes verweist. Dieser „MUPORT“ ist mit einer eigenen Beleuchtungstechnik ausgestattet, die anlassbezogene Lichtszenarien ermöglicht! Dadurch wird der – bis dato eher unscheinbare – Museumseingang in den Abendstunden zusätzlich attraktiviert!
Foyer, Café und Kassa wurden nach den Entwürfen zweier junger Designer gestaltet. Sie führen fort, was sich bereits bei der Gestaltung der Jugendstil-Abteilung im Jahr 2004 als neue Handschrift des Stadtmuseums herauskristallisierte.
Im Innenhof des Museums wurde ein Glas-Stahl Lift situiert, der sich nach den Vorgaben des Denkmalamtes perfekt in die Gebäudestruktur des Karmeliterhofes einfügt. Der Liftneubau bedingte auch eine sicherheitstechnische Anpassung auf den neuesten Stand –  im Zuge der Bauarbeiten wurde eine neue Brandmeldeanlage im Haus installiert. Durch den Lifteinbau mussten die Brandabschnitte im Haus neu geregelt werden, in der Folge wurden zahlreiche neue Brandschutztüren eingebaut. Der Denkmalcharakter des Gebäudes erforderte hier Sonderkonstruktionen – viele moderne Glas-Stahl Türen, die auf die Neugestaltung des Hauses und dessen historischen Charakter gleichzeitig Rücksicht nehmen.
Auch der barocke Innenhof des Museums wurde neu gestaltet. Es kam zu einem Rückbau der Bepflanzung, der Charakter des Hofes als „Barockgarten“ sollte damit verstärkt werden. Ziel ist mittelfristig eine verstärkte Nutzung des Hofes für diverse Veranstaltungen, u.a. für Konzerte oder Lesungen.
Aber nicht nur der Museumsbau und seine infrastrukturellen Einrichtungen wurden durch die Bauarbeiten der vergangenen Monate massiv aufgewertet, auch inhaltlich wird sich das Museum erneuern.

´Sensationelle neue Archäologische und stadtgeschichtliche Abteilung´  

Integraler Bestandteil der Neugestaltung des Stadtmuseums ist auch die neue archäologische sowie die stadtgeschichtliche Abteilung im Erdgeschoss des Hauses. Erstmals wird ein geschlossener Rundgang geschaffen und die Geschichte St. Pöltens kann mit ihren wichtigsten Ereignissen, beginnend in der Urgeschichte thematisiert werden.
Die Highlights der bedeutenden archäologischen Sammlungen des Hauses werden – der neuen gestalterischen Handschrift des Hauses folgend – modern, aber repräsentativ präsentiert. Die fachliche Gestaltung der neuen Archäologie-Abteilung basiert auf der langjährigen, äußerst fruchtbaren Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt, Abt. für Bodendenkmale und dem Österreichischen Archäologischen Institut.
Im Bereich der Ur- und Frühgeschichte kann aufgrund des reichen Fundmaterials im Bereich der Stadt St. Pölten aus dem Vollen geschöpft werden. Als besonderes Highlight aus den Anfängen der Besiedelung des St. Pöltner Raumes kann der 6000 Jahre alte steinzeitliche Muschelschmuck aus Ratzersdorf genannt werden. Aber auch die folgenden Kulturepochen werden durch überdurchschnittlich bedeutende Fundstücke repräsentiert – so etwa den Bronzeschatz aus Ragelsdorf oder das wunderbar fein verzierte Bronzeschwert aus Unterradlberg. Auch keltische Spuren wurden in St. Pölten gefunden – so etwa ein keltischer „Druide“ mit seiner gesamten Ausrüstung und der bedeutende – in ganz Europa zu Ausstellungsehren gekommene – keltische Achsnagel, der in Radlberg gefunden wurde.
Die römische Vergangenheit St. Pöltens, damals ´Aelium Cetium´, wird seit rund 20 Jahren intensivst erforscht. Die genaue Darstellung des römischen Lebens in Aelium Cetium ist daher auf Basis neuester Grabungs- und Forschungsergebnisse möglich. Mittels computergenerierter 3D-Modelle wird das antike St. Pölten vor den Besuchern des Museums lebendig! Kunstschätze aus Stadt und Umland bilden weitere Highlights aus dem Themenbereich „Römisches St. Pölten“ – so etwa der kleine bronzene Eber vom Rathausplatz oder der einzigartige Glasbecher mit eingraviertem Zecherreigen aus Radlberg!
Die römische Abteilung des Stadtmuseums wird in weiterer Folge als Ausgangspunkt für eine Themenwanderung auf den Spuren der Römer in der St. Pöltner Innenstadt dienen. Die dort bestehenden Vitrinen werden sukzessive in „Themenvitrinen“ umgewandelt und ergänzen somit die „römischen“ Schauräume im Stadtmuseum.
Auch die stadtgeschichtlichen Epochen jüngerer Zeit bieten Sensationelles – erst vor wenigen Jahren konnten etwa jene langobardischen Fundstücke in Pottenbrunn geborgen werden, die künftig im Stadtmuseum zu bewundern sind. Als Abschluss des Rundganges im Erdgeschoss wird dem Besucher ein konziser Überblick über die Stadtgeschichte, durchsetzt mit den jeweils interessantesten historischen Exponaten, geboten.

Ab 17. November 2007 neue Öffnungszeiten
´Mittwoch bis Sonntag 10 bis 17 Uhr´
Tel. 02742/333-2643.
Museumspädagogische Projekte und Führungen auf Anfrage.

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