Prandtauers Erben

In Erinnerung an den in Tirol geborenen und in St. Pölten wirkenden Barockbaumeister Jakob Prandtauer haben sich Künstler aus Tirol sowie aus Niederösterreich mit dem Thema auseinandergesetzt und gestalten eine gemeinsame Ausstellung.

Zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler aus Tirol und Niederösterreich präsentieren ihre Werke ab 2. Juni im Stadtmuseum St. Pölten. Mit dem Titel „Prandtauers Erben“ nehmen die Künstler Bezug auf den großen Jubilar des heurigen Jahres – Jakob Prandtauer wurde vor 350 Jahren in Tirol geboren, ab 1692 lebte der hoch bedeutende Barockkünstler in St. Pölten und betreute von hier aus seine Meisterwerke, wie etwa die Bauten der Stifte Melk, St. Florian und Herzogenburg.


 Die Ausstellung präsentiert nach einem Konzept von Dr. Evelyne Frostl Malerei und Graphik, aber auch Keramiken, Installationen und vor allem Skulpturen und nimmt so direkt auf das Schaffen Prandtauers Bezug, der seine künstlerische Karriere als Bildhauer begonnen hatte. Dem Anlass entsprechend wird der Barockgarten des Stadtmuseums ein zentraler Ausstellungsort der Schau „Prandtauers Erben“.

Ausstellende Künstler:

TIROL:
Annemarie und Günther Fahrner, Daniela Senn, Herta Pechtl, Helene Keller, Helmut Hable, Reinhold Neururer, Daniel Nikolaus Kocher, Thomas Koch

NIEDERÖSTERREICH:
Friedrich Martin Seitz, Ernest Kienzl, Lieselotte Balic, Martina Reinhart, Gudrun Hohengasser, Evelyne Frostl, Ingrid Hausknecht


TIROLER KÜNSTLER und KÜNSTLERINNEN 

Annemarie Fahrner
Geb. 1966 St.Veit an der Glan. Studium der Psychologie. Mag. der Psychologie und Arbeit als Psychologin. 2005 Beendigung der psychologischen Tätigkeit und Arbeit als freischaffende Künstlerin.

Günther Fahrner
Geb. 1961 in Hall in Tirol. Studium der Philosophie. Doktorat der Philosophie. Arbeit in freier Praxis als Psychotherapeut. 2005 Auflösung der Praxis und Arbeit als freischaffender Künstler.

Beide leben und arbeiten in Ötztal Bahnhof. Atelier in der Olympstraße.
Beider Schwerpunkt: Stahlplastik.

Die Stahlplastiken von Annemarie und Günther Fahrner sind für die Künstler Botschafter aus dem kollektiven Unbewussten, die uns dazu auffordern es mit der eigenen Autonomie ernst zu nehmen und den mühsamen Weg der Befreiung der Seele zu beschreiten.
Oft greifen sie dabei auf Gestalten der griechischen Mythologie zurück und erwecken sie in neuen Interpretationen wieder zum Leben.
Kunst ist für Annemarie und Günther Fahrner ein Befreiungsprozess.
 

Daniela Senn
Geb. 1969 in Füssen im Allgäu. Lebt in Nassereith. Studium bei Michael Siegel an der staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt, sowie an der Kunstakademie Bad Reichenhall und der Art Didacta in Innsbruck. Zahlreiche Zeichen-, Aquarell-, Acryl-, und Aktkurse im In- und Ausland. Kuratorin der Kunststraße Imst. Freischaffende Malerin und Journalistin.

Herta Pechtl
Lebt in Tarrenz. Ausbildung und regelmäßige Weiterbildung in Akademien und Seminaren bei in- und ausländischen Keramikern.
Techniken: Materialkombinationen, experimentelles Arbeiten in der Oberflächengestaltung und vor allem mit verschiedenen Brenntechniken, wie Abwandlungen von Raku, Pittfiring, Holzofenbränden u.a.
Internationale Preise, 1990 „Skopje“ Preis, Zagreb, 1993 Preis der III. Internationalen Biennale Aveiro, Portugal

Helene Keller
Geb. 1957 in Innsbruck, Studium der Biologie (Mikrobiologie und Biochemie) an der Universität Innsbruck, Studienaufenthalt an der Westküste der USA (Seattle), Aufenthalt in Deutschland (Konstanz, Bonn), Promotion zum Doktor der Philosophie an der Universität Innsbruck, seit 1987 in Imst.
1988 Beginn mit keramischen Arbeiten. Seit 1990 intensive künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema „Kugel“ zur Erkundung der Formenvielfalt und der Möglichkeiten in der eigenständigen Gestaltung. Seit 1993 Vertiefung in das Thema „Frau“ im Sinne einer Suche nach eigenständigen Möglichkeiten der naturalistischen und abstrahierenden Darstellung. . Kontinuierliche Erarbeitung abstrakter Objekte in streng formalen Auflösungen, mit stark reduzierten Bezügen zu natürlichen oder menschlichen Vorlagen (Biomorphe). Während der vergangenen Jahre Ausführung vielteiliger raumgreifender Keramik- Installationen.
Seit 1994 Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen. Lehrtätigkeit im Bereich der Erwachsenenbildung. Teilnahme an Workshops und Symposien im In- und Ausland, z.B. 2007 Terrakotta Workshop unter Leitung von Tangaya in Delhi, Indien. Öffentliche und private Ankäufe im In- und Ausland.


Helmut Hable
Geb. 1940. Autodidakt mit lebenslanger vielseitiger künstlerischer  Ausbildung (Grafik und Druckgrafik, Plastik, Malerei) in Wochenseminaren, Malwochen und Sommerakademien unter anderem bei Prof. Hermann Nitsch, mit dem ihn eine innige Lehrer-Schülerbeziehung verbindet.
Seit Jahrzehnten im Kunstmanagement und als Kurator vieler Ausstellungen tätig.
Malerei, mit Schwerpunkt großformatiger Werke auf Leinwand, Grafik, Plastiken, Experimente mit Abfällen.
Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen in vielen Galerien und Museen des In- und Auslands. 1. Preis des Internationalen Malwettbewerbs 2005 – „hortus niger“ Schloss Halbenrain, Preis des Landes Steiermark. 

Hermann Nitsch: „der bogen von hables werk spannt sich von der chaotischen, im ursprung sich ereignenden sinnlichen evolution bis zur äußersten sublimierung … >

Helmut Hable zu seinen Arbeiten:
Bei meiner Arbeit ist mir wichtig, mich mit einem Thema intensiv mit all meinen Sinnen auseinanderzusetzen und den Betrachter anzuregen, sich selbst in einen Dialog mit meinen Werken einzulassen.

Reinhold Neururer
Geb. 1957. Lebt in Tarrenz. Besuch der Fachschule für Kunsthandwerker an der höheren technischen Lehranstalt – Innsbruck. Meisterprüfung im Tischlerhandwerk. Weiterbildung an der berufspädagogischen Akademie Innsbruck und seit 1983 Lehrer an der HTL Imst. Künstlerische Weiterbildung bei der internationalen Sommerakademie in Salzburg bei Prof. Nancy Davidson. Gründung des Symposion Salvesen in Tarrenz. Seit 1993 rege Ausstellungstätigkeit, sowie Licht- und Feuerinstallationen im In- und Ausland. Preisträger Kunstforum Montafon und Salvesen.

Daniel Nikolaus Kocher
Geb. 1981.  Bereits mit 16 Jahren Besuch der 4 jährigen Fachschule für Bildhauerei in Tirol. Nach dem Abschluss 2001 folgte der Schritt in die Selbständigkeit, gefolgt von zahlreichen Symposien im In- und Ausland, wie z.B. Frankreich, Italien, Salzburg, Lockenhaus im Burgenland, Tirol.

2005 Aufnahme an der Meisterschule für Bildhauerei in München, wo er mit dem Dannerpreis ausgezeichnet wurde.

Seit 2007 Master of Sculpture – Meister der Bildhauerei. Atelier und Werkstätte in Wenns (Tirol)
sowie in Wien Westbahnstraße 41.

Seit 2009 künstlerische Leitung des Kulturprojektes „der Grüne Ring“ in Lech, wo bis 2011 zahlreiche Stationen und Ideen realisiert werden.

Erwähnenswertes: Bau der 7 Schneebühnen für die Bregenzer Festspiele von 2004-2010 in Zusammenarbeit mit Thomas Koch, sowie gemeinsamer Bau des 7,5 Meter großen trojanischen Pferdes für die Glyptothek München (Abschlussarbeit der Meisterschule für Bildhauerei München).

 
Thomas Koch
Geb. 1980. Lebt und arbeitet in Lermoos/Tirol
Ausbildung – Fachschule für Bildhauerei in Elbigenalp. 2003 Errichtung eines eigenen Ateliers in Lermoos.
Zahlreiche Beteiligungen an Holzbildhauertagen und Symposien im In – und Ausland als Künstler, Organisator und Leiter, wie z.B. Papiano in Umbrien, Kunst am Berg im Paznaun, Kunstraum Pettneu am Arlberg, Schladming in der Steiermark, Lienz bei der ART Osttirol, etc. Ebenfalls Beschäftigung mit Lichtinstallationen in Kooperation mit Daniel Nikolaus Kocher.

 

NIEDERÖSTERREICHISCHE KÜNSTLER UND KÜNSTLERINNEN

Prof. Friedrich Martin Seitz
Geb. 1925 in St. Pölten und dort wohnhaft. In den 50er-Jahren Gründungsmitglied der legendären St. Pöltner Künstlergruppe „Die Leiter“. 1959 – 1964 Wiener Kunstschule, 1961 – 1964 Institut für sakrale Kunst.1974 – 1993 Teilnahme bzw. Tätigkeit an der Int. Sommerakademie Salzburg (Radierung, Wandmalerei, Bronzeguss) ,1973 – 2006 Obmann des St. Pöltner Künstlerbundes
1983 Ehrenmedaille des Landesverbandes der N.Ö. Kunstvereine,
1984 Verleihung des Professorentitels,
1986 Ehrenzeichen der Landeshauptstadt St. Pölten
1989 Ehrenzeichen des Landes N.Ö. in Gold,
2002 Jakob Prandtauerpreis der L.H. St. Pölten.
Seit 2006 Ehrenobmann des St. P. Künstlerbundes
2007 Hippolyt-Orden 

Bücher:
„Denn der Tag wird kommen“  1994.
Das Umdrehbuch „Der Name der Drüse“ – „Schau oba, Voda“  1995, beide Edition Limes.
Da neiche Evangelimau“  2004 

Bevorzugte Techniken: Malerei, Grafik, Bronzeguss, Objektkunst („Hausaltärchen“).

 
Lieselotte Balic

Geb. in Wien, lebt und arbeitet in Groß Wiesendorf im Weinviertel.
Studium der Keramik und Bildhauerei in Wien. Lehrtätigkeit an der Wr. Kunstschule, sowie in zahlreichen Workshops. Die Schönheit, Sinnlichkeit und Stärke der Frau sind Grundlagen ihrer Arbeit. Beteiligung an vielen Ausstellungen im In- und Ausland. Nationale und internationale Ankäufe ihrer Arbeiten z.B. vom NÖ. Landesmuseum, Sammlung Leopold,  Landesmuseum Burgenland, etc.

 
Dr.phil. Mag. art. Martina Reinhart
Geb. 1972 in Linz. Ausbildung an der Höheren Graphische Bundeslehr – und Versuchsanstalt, Akademie der Bildenden Künste Meisterklasse Franz Graf. Stipendien in Los Angeles, Barcelona, Forum Alpbach. Teilnahme am Asia – Europe Young Leader Symposion in Vietnam . 2003 Mag. Art. 2005 Promotion zur Dr. phil.
Zahlreiche Ausstellungen im In – und Ausland, wie z.B. im Allan Edwards Salon in Los Angeles, den Palm Springs Television Studios, der Art Miami, Museumsquartier Wien, Semperdepot, MAK, vertreten bei zahlreichen Galerien. Preise: Förderungspreis der Akademie und Förderpreis des Landes Oberösterreich.


Dr. phil. Evelyne Frostl
Geb.1966  in Wien, lebt und arbeitet in Inzersdorf ob der Traisen. Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Publizistik, Ethnologie und Philosophie. Intensive Beschäftigung mit dem Action Painting, der Bildsymbolik, der Morphologie und Mythentheorien, sowie mit Wahrnehmungsebenen. Kunst im öffentlichen Raum, sowie diverse Publikationen. Nationale und internationale Ankäufe von öffentlicher Hand und privaten Sammlern.

 

Demnächst

alle Veranstaltungen anzeigen
Kunst im öffentlichen Raum

OpenAir Ausstellung "Menschenbilder" am Rathausplatz
ab 24.07.2024 weiterlesen