St. Pölten 1945

VERLÄNGERT BIS 22. MAI!
Wegen des sensationellen Erfolgs wird die Ausstellung ST.PÖLTEN 1945 bis zum 22. Mai 2016 verlängert! Führungen können unter 02742/333-2643 oder 2640 somit weiterhin gebucht werden!

Vor 70 Jahren endete der 2. Weltkrieg, in St. Pölten wurden die letzten Kriegstage von massiven Bombenangriffen begleitet, die zu großen Zerstörungen in der Stadt führten.

Die Ausstellung „St. Pölten 1945“ berichtet über die dramatischen Ereignisse des Jahres 1945 und wagt einen kurzen Ausblick auf die Zeit der Besatzung durch russische Truppen und den Wiederaufbau in der schwer getroffenen Stadt.

Sofort nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wurde mit umfassenden Luftschutzmaßnahmen begonnen. Auch in St. Pölten gab es bereits 1938 erste Pläne zur Errichtung von Luftschutzkellern. Für diese Ausstellung konnte umfangreiches luftschutzbezogenes Planmaterial des Stadtbauamtes erstmals ausgewertet werden. Der 1939 von Hitler losgetretenen Krieg nahm spätestens ab dem Jahr 1944 auch für die St. Pöltner Bevölkerung verheerende Ausmaße an.

Fotos aus dem Jahr 1945 zeigen das Ausmaß der Zerstörung, das die sieben alliierten Bombenangriffe in der Stadt hinterlassen hatten. Hunderte Zivilisten wurden getötet, 39 % des Häuserbestandes wurden zerstört oder beschädigt. Manche Stadtviertel – wie die Gegend um den Bahnhof – wurden durch die Angriffe besonders stark in Mitleidenschaft gezogen. Ganze Häuserzeilen in der Stadt – wie etwa in der Brunngasse – wurden durch Kriegseinwirkungen völlig in Schutt und Asche gelegt.

Der Wahnsinn des NS-Regimes kam in den letzten Kriegstagen noch einmal in aller Deutlichkeit zur Geltung! Am 13. April – zwei Tage vor dem Einrücken der sowjetischen Truppen in die Stadt – wurden 13 Widerstandskämpfer im Hammerpark erschossen, die eine kampflose Übergabe der Stadt vorbereitet hatten. Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene wurden in Barackenlagern festgehalten und die schwer gezeichneten Insassen des ungarisch-jüdischen Zwangsarbeiterlagers in der Viehofner Au wurden noch kurz vor Kriegsende nach Mauthausen getrieben, was viele nicht überlebten…

Nach der Eroberung der Stadt durch die Sowjets wurde die Lage der Zivilbevölkerung nicht besser – die St. Pöltnerinnen und St. Pöltner waren der Willkür und den – in manchen Fällen tödlichen – Übergriffen der Besatzungstruppen ausgesetzt! Die Wohn- und Versorgungslage der in der Stadt verbliebenen Menschen war dramatisch, die Forderungen der Besatzer waren oft nur sehr schwer zu erfüllen. Doch nicht nur Zerstörung prägte das Bild dieser Tage – sofort nach dem Zusammenbruch des verbrecherischen Nazi-Staats machten sich beherzte Frauen und Männer daran, das Überleben der Menschen zu sichern und eine funktionierende Kommune aufzubauen.

In der Ausstellung wird auch darüber berichtet, wie Kinder dieses Jahr in der Stadt erlebt haben. Aus Privatbesitz wird ein Tagebuch aus dem Jahr 1945 gezeigt, das uns anschaulich darüber berichtet, wie ein elfjähriges Mädchen das letzte Kriegsjahr erlebt hat. Das in den letzten Kampftagen herrenlos gewordene Kriegsmaterial übte auf Kinder eine große Faszination aus, dramatische Unfälle blieben leider nicht aus.

Aus dem Besitz von Prof. Heinrich Wohlmeyer bekam das Stadtmuseum Reservetanks von amerikanischen Bombern geschenkt, die von ihm selbst – als Neunjährigem – 1945 zu Booten umfunktioniert und auf der Traisen zu Wasser gelassen wurden…

 

Aktuelle Veranstaltungen

alle Veranstaltungen anzeigen