Walter Weber - Fotografien

Der 2012 verstorbene St. Pöltner Walter Weber, der heuer seinen 90. Geburtstag gefeiert hätte, hat über Jahrzehnte die Fotografie-Szene in seiner Heimatstadt maßgeblich geprägt.

Als langjähriges Mitglied der Fotosektion des ESV St. Pölten hatte er großen Anteil am Aufstieg des ESV zum erfolgreichsten Amateurfotografenverein Österreichs. Aber auch als Pressefotograf für die “St. Pöltner Nachrichten” ist Walter Weber noch in bester Erinnerung. 

Seiner Grundüberzeugung folgend, stand die Vermittlung von sozialen und humanen Werten im Mittelpunkt seiner fotografischen Arbeit.

 

 


Walter Weber war ein eminent politischer Mensch – schon als Kind und Jugendlicher wurde er im Elternhaus politisch geprägt – als Kind des Jahrgangs 1925 wurde er in den Strudel der österreichischen Zeitgeschichte hineingezogen – er erlebte bewusst die Umbrüche seiner Zeit – und musste als 18-jähriger für Hitler-Deutschland in den Krieg ziehen! Diese Kriegserfahrung prägte ihn – in vielen seiner Fotos finden wir Friedenssymbole – immer wieder tauchen z.B. in seinen Arbeiten Friedenstauben auf! 

In der Nachkriegszeit war Walter Weber als Erzieher tätig – er hat maßgeblich am Aufbau der beiden großen Kinderheime für die VOITH und die Glanzstoff mitgearbeitet. Wie Sie wissen wurden in den Jahren nach 1945 die großen Direktionsvillen der Voith (Maria Theresia Straße) und der Glanzstoff (Matthias Corvinus Straße) zu Heimen für die Arbeiterkinder der jeweiligen Fabrik umgestaltet. Mit vielen Kindern dieser „Betriebskindergärten“ war er zeitlebens eng verbunden!

Schon damals war Walter Weber mit seiner Fotokamera unterwegs und hat die jeweiligen Geschehnisse dokumentiert! Als Teil dieser Ausstellung sehen sie Vergrößerungen aus einem Fotoalbum, das er 1955 zusammengestellt hat – es zeigt die Eröffnung und das Treiben im Glanzstoff-Kinderheim!

Der Name Walter Weber ist aber auch eng mit der Geschichte des Pressewesens in St. Pölten verbunden – über Jahrzehnte war er Redakteur und Fotograf der äußerst beliebten St. Pöltner Nachrichten – im Volksmund liebevoll die „Pravda“ genannt, was er durchaus als ehrenhafte Bezeichnung sah!

Über Jahrzehnte war er auch Mitglied in der Fotosektion des ESV St. Pölten – er war dabei als sich der ESV zum erfolgreichsten Amateurfotoclub Österreichs entwickelte. Er war Teil dieses Aufstiegs – und wurde selbst mit vielen Preisen ausgezeichnet. In Auswahl sehen sie in dieser Ausstellung einige seiner Schwarzweiß-Fotos aus den sechziger Jahren – manche dieser Bilder wie die sogenannte „Mutter Courage“  – eine alte Frau, die ihr Leiterwagerl nachzieht- sind untrennbar mit seinem Namen und seinem Schaffen verbunden.  

In seinen späteren Jahren hat er sich intensiv mit der Entwicklung St. Pöltens auseinander gesetzt – im Jubiläumsjahr 2009 – zum 850-jährigen Stadtjubiläum – hat er eine Ausstellung mit Collagen aus seinen Fotografien zusammengestellt, die er in verschiedenen Schaufenstern der Innenstadt gezeigt hat.

Auch 2011 hat er noch eine große Ausstellung verwirklicht –anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums der Landeshauptstadt St. Pölten hat er die Fotodokumentation „Walter Weber. Das Regierungsviertel St. Pölten. Wie es war, wurde, ist!“ gestaltet. Seine Fotos zeigen die unterschiedlichen Etappen der Entstehung des heutigen Regierungsviertels. Sie sind dokumentarische Momentaufnahmen unter dem Motto „Erlebte Architektur“, die seine Eindrücke davon vermitteln, wie dieser Ort war, wurde und ist. Auch diese letzten großen Serien können in dieser Ausstellung in Auswahl gezeigt werden.

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